Montag, 11. September 2017

Heute zu Gast bei Janet de Klerk: Mario Draghi, Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB)






Frage (F): Herr Draghi, warum wollen Sie das Bargeld abschaffen?
Antwort (A; ganz erstaunt): Wer will das? Das muss ein fake news sein.

F: Mit Verlaub, im März dieses Jahres veröffentlichte der IWF (internationaler Währungsfond; Anmerk. d. Red.) ein Papier mit dem Titel „De-Cashing“.
A: Ja, richtig, der IWF wollte, dass die Bürger weniger Geld bei sich tragen, wegen der zunehmenden Strassenkriminalität, Sie wissen schon, Islamisierung und so.

F: Origineller Antwortversuch. In dem Papier des IWF heisst es aber: „Eine vollständige Abschaffung des Bargeldes sollte in mehreren Schritten erfolgen.“
A: Ma si, das war nur ein theoretisches Gedankenmodell. Da passiert noch lange nichts.

F: Genau. Wie in Frankreich zum Beispiel.
A: Was ist das passiert?

F: Seit 2015 darf eine natürliche Person in Frankreich Bargeldgeschäfte für gerade mal 1000 Euro tätigen.
A: Mamma mia, Macron ist speziell, Sie wissen das.

F: 2015 war noch Hollande Präsident. Okay, ein Detail, Herr Draghi. Sobald diese Person in Frankreich von einem Bankkonto innerhalb eines Monats mehr als 10’000 Euro abhebt oder einzahlt, geht automatisch eine Meldung an Tracfin, die französische Behörde, die Geldwäsche „bekämpft“.
A: Aber Frankreich ist una eccezione, eine Ausnahme.

F: Wie auch die USA.
A: I Stati Uniti?

F: Kommen Sie, Sie wissen doch, dass EU-Banken, auf denen US-Bürger Konten haben, gezwungen sind, einen jährlichen Bericht zu diesen Konten an das zum US-Finanzministerium gehörende Financial Crimes Enforcement Network zu melden.
A: Das stimmt nicht!

F: So schreibt es das amerikanische Gesetz vor. Ganz genau gesagt der Foreign Account Tax Compliance Act (FATCA; Anmerk. d. Red.).
A: (Sehr verlegen) Hmm...Das wollten wir von der EZB nicht.

F: Kenneth Rogoff, (ehemaliger IWF-Chefökonom; Anmerk. d. Red.), plädiert dafür, alle Scheine, die grösser als 10 Dollar sind, aus dem Umlauf zu entfernen.
A: Dafür würde ich mich nie einsetzen!

F: Schon gut, Herr Draghi. Sie sind doch einer der Hauptplayer oder warum haben Sie sonst die 500-Euro-Note aus dem Verkehr gezogen?
A: Ähhh..., der Schein war nicht fälschungssicher.

F: Das hätte man natürlich nicht ändern können...?
A: Das sind doch alles Massnahmen im Kampf gegen den Terror.

F: Falsch. Es geht Ihnen und Ihren Finanzschergen darum, das Geld der Bürger zu konfiszieren.
A: Das ist eine unverschämte Anschuldigung!

F: Schon jetzt arbeitet unter anderem Ihre EZB mit negativen Zinssätzen und der Lüge, dass dies notwendig sei, um nach der Krise 2008 das Wirtschaftswachstum zu stimulieren daran. In Ihrem Windschatten die Bank of Japan und die dänische Nationalbank. Aber solange wir Bürger noch Bargeld haben, sind Ihre Möglichkeiten mit den Negativzinsen sehr tief ins Minus abzutauchen, stark eingeschränkt. Das wollen Sie ändern.
A: Tutte le fantasie...

F: Ah ja? Laut dem deutschen Okönom Richard Werner zielt Ihre Negativzinspolitik, also die der EZB, darauf ab, Sparkassen, Volksbanken und kleinere Privatbanken zu vernichten.
A: Nie, nie, nie!

F (Janet lässt sich nicht aus der Ruhe bringen): Stattdessen sollen korrupte Megabanken wie die Deutsche Bank, HSBC, die griechische Alpha-Bank oder die italienische Banca Monte dei Paschi di Siena gerettet oder besser positioniert werden. Orchestriert u.a. auch von Goldman Sachs, da „waren“ Sie ja mal Partner wie alle Ihre wichtigen Mitstreiter.
A: Alles im Sinne der Terrorbekämpfung. Denken Sie an Nizza, Brüssel, Berlin, Barcelona. Wollen Sie das?

F: Was für ein sinnentleerter Zusammenhang, den Sie da konstruieren.
A: Schauen Sie, Frau de Klerk (lächelt suffisant), Indien hat die 1000 und 500 Rupien-Scheine abgeschafft. Damit konnte vieles verbessert werden in Sachen Verbrechen.

F: Falsch. Der zuständige Ausschuss des indischen Parlaments der Regierung Narendra Modi hat nach umfangreichen Untersuchungen erklärt, dass nicht eines der diesbezüglich erklärten Ziele erreicht worden ist. Im Gegenteil: Immense illegale Steuergelder, geparkt in Steueroasen, würden als ausländische Direktinvestitionen „gewaschen“ ins Land zurückkehren. Kriminelle Banden, auch Konzerne, bezeichnen dies als „Round-Tripping“ („Rundreise“;  Anmerk. d. Redaktion).
A: Dafür sind die kleinen Betriebe von Falschgeld geschützt.

F: Wieder falsch. Die indische Industrieproduktion ist um 10,3% geschrumpft, da Tausende Kleinbetriebe, deren Überleben von ausreichendem und sofortigem Bargeldfluss abhing, die Segel streichen mussten.
A: Eine freie Marktwirtschaft hat auch Opfer. Oder wollen Sie zurück zum Kommunismus?

F: Wie zynisch, Herr Draghi. Was sagen Sie denn zum „Bail-in“-Gesetz, das seit Januar 2016 in Kraft ist als Schutz gegen die 1000 Milliarden Euro an faulen Krediten der grossen EU-Banken? Bei künftigen Bankenpleiten kann man die Gläubiger, also die Einleger und Sparer, zur Kassen bitten!
A: Ma no, das wird nie, nie, nie geschehen!

F: Nein, natürlich nicht, ausser dass genau das schon in Zypern geschehen ist. Ohne „speziellen“ Macron. Wenn wir unser ganzes Geld auf der Bank haben, wird es für Sie noch besser funktionieren.
A: Dico, ich sage, mai, nie!

F: Das Geld wird konfisziert werden, wie es der US-amerikanische Präsident Franklin D. Roosevelt im April 1933 mit dem Gold machte. Herr Draghi, der Krieg, Ihr Krieg gegen das Bargeld ist ein Krieg gegen unsere Freiheiten als Individuum. Die erzwungene komplette Digitalisierung des Bargeldes ist der entscheidende Schritt zur Konfiszierung oder teilweisen Zurückhaltung liquider Mittel, um Anstürme an kriselnde Finanzinstitute, sogenannte Bank Runs, zu vereiteln. Leute wie Sie werden es soweit kommen lassen, spätestens bei der nächsten grossen Bankenkrise. Und die Regierungen werden Sie stützen. Denken Sie darüber nach! Besten Dank für das Gespräch.
A (geht fluchend davon): Figlia di putana....



Freitag, 25. August 2017

Heute zu Gast bei Janet de Klerk: Salman ibn Abd al-Aziz, König von Saudi-Arabien






Frage (F): Majestät, wie geht es Ihnen in Anbetracht des Ölpreises?
Antwort (A): Gut, er war schon tiefer.

F: Das reicht noch, um Saudi-Arabien zu finanzieren? Ihr Haushaltsdefizit beträgt mehr als 100 Milliarden Dollar.
A: Absolut.

F: Sie müssen es ja wissen, haben Sie doch am Islamischen Institut in Mekka Mathematik und Geographie studiert.
A: Genau. Und: Es muss ja nur der Elite in unserem Land gut gehen.

F: Aha. Und die anderen?
A: Die haben meist Kamele. Die sind genügsam. Die Elite hat Falken. Im Unterhalt wesentlich teurer.

F: Sie sind in der Geburtsfolge der 32. Sohn Ihres Vaters König Abd al-Aziz ibn Saud (1953 verstorben, Anmerk. der Redaktion). Er soll mit 300 Frauen verheiratet gewesen sein?
A: In Saudi-Arabien sind wir eben noch Männer!

F: Dann schwächeln Sie aber!
A: Warum?

F: Sie haben nur drei Ehen?
A:  Claudia Roth und Renate Künast von den Grünen waren mit Julia Onken, Allah möge sie alle verfluchen, im Lande. Sie wollten die Vielweiberei verbieten. Unsere Frauen waren kurzzeitig verwirrt, unsere Peitschen und Steine haben aber wieder für Ruhe und Ordnung gesorgt! Nur bin ich jetzt alt.

F: Sie haben 12 Söhne und eine Tochter?
A: Leider.

F: Leider?
A: Leider nicht dreizehn Söhne.

F: Ihre Antwort passt zu Ihrer Religion, dem Wahabismus.
A: Die beste aller Religionen, Allahu akbar!

F: Und in der Steinzeit stehen geblieben.
A: Steine haben für uns eine grosse Bedeutung. Darf ich Sie auf unseren Stein-Shop am Ausgang meines Palastes aufmerksam machen? Mein Fahrer kann Sie hinbringen.
F: Sagte ich doch, Steinzeit-Religion.
A: Wir haben die Steinzeit weiterentwickelt und uns dem westlichen Mainstream angepasst.

F: Ah ja?
A: Absolut. Wir führen jetzt auch gendergerechte Steinigungen durch, wie es uns die österreichische Familienministerin empfohlen hat (In der Tat hat Gabriele Heinisch-Hosek im Februar 2015 solches gefordert..., Anmerk. der Redaktion).

F: Interessant. Und was ist daran genderkorrekt?
A: Männer werden bis zu den Hüften eingegraben, Frauen, die den Männern ja untertan sind, bis zu den Schultern. Im Stein-Shop können Sie auch Schaufeln erwerben mit dem Antlitz des Propheten.

F: Ja, vielen Dank. Nebst den Steinigungen verherrlichen Sie immer noch die Todesstrafe.
A: Wenn es sein muss...

F: Wie Anfang des letzten Jahres, als Sie an einem Tag 47 angebliche Terroristen hinrichten liessen, unter anderem den oppositionellen geistlichen Nimr al-Nimr.
A: Was wollen Sie? Das waren bloss Schiiten, Partner vom Iran und von Putin, diesem Macho und Frauenverachter!

F: Sie haben natürlich bessere Partner, oder?
A: Wen sprechen Sie an?

F: Die Kataris, den IS, Trump?
A: Donald ist ein ehrenwerter Geschäftsmann und Business-Partner. (Über einen Zeitraum von 10 Jahren soll Saudi-Arabien Waffen von den USA im Wert von 350 Milliarden US-Dollars kaufen, u.a. Schiffe für die Küstenwache, Kurz- und Mittelstreckenraketen sowie das Raketenabwehrsystem THAAD; Anmerk. der Redaktion)

F: Sie bleiben ein kriegerisches Volk, wie es schon das Schwert in Ihrer Landesflagge zeigt!
A: Darum heisst es beim Schwert und Bart des Propheten!

F: Letzte Frage, Majestät: Warum dürfen Frauen nicht Autofahren und nicht ins Fussballstadion? (Salman ist grosser Fussballfan; Anmerk. der Red.)
A: Autofahren können sie nicht und es ist unmöglich, Ihnen die Abseitsregel zu erklären. Ich hab’s mit Holzkamelen und -falken versucht. Keine Chance!

F: Majestät, besten Dank für das Gespräch und Ihre Zeit. Ich möchte nun die Steinzeit wieder verlassen.

A: Gerne, gerne. Und vergessen Sie beim Hinausgehen den Stein-Shop nicht. Wir verschiffen auch nach Europa!

Montag, 3. Juli 2017

Heute zu Gast bei Janet de Klerk (oder eben nicht): Ursula von der Leyen, Verteidigungsministerin Deutschlands











Janet de Klerk hätte sich letztes Wochenende in der Graf Stauffenberg-Kaserne Pfullendorf in Sigmaringen mit Ursula von der Leyen treffen sollen, um über die Vorkommnisse neuester Zeit in dieser Kaserne und generell in der deutschen Bundeswehr zu sprechen. Kurz vor dem Treffen wurde Janet de Klerk vom deutschen Verteidigungsministerium ein Mail übergeben: Frau von der Leyen sei wegen des G20-Gipfels in Hamburg unabkömmlich.
Frau de Klerk hat sich sehr verständnisvoll gezeigt. Anstelle des geplanten Interviews veröffentlichen wir einen Blog über Ursula von der Leyen unserer Janet. Wir bitten um Verständnis dafür.

VOM RÖSCHEN ZUR STACHELBEERE

In jungen Jahren sang die Uschi noch Volkslieder mit Mama und Papa. Papa Ernst Albrecht, ehem. Ministerpräsident Niedersachsens, nahm mit der Plattenfirma „Ariola“ Lieder wie „Wohlauf in Gottes schöne Welt“ auf.

Röschen, wie Töchterchen Uschi liebevoll gerufen wurde, zwitscherte wie ein Kanarienvögelchen sogar im TV Lieder wie „Trara, es tönt wie Jagdgesang.“ Hoppla: Die erste Überwindung des angeblich nicht natürlichen, sondern nur anerzogenen Genderverhaltens bei Kindern. Und die ganze Familie Albrecht sang mit, nebst Papa auch Mama Heide-Adele, die Kleinen und auch der grosse Bruder Barthold – gegen seinen Willen, weil der war lieber: Rocker. Er holte sogar mal Campino und seine Toten Hosen ins Haus, wilde Party inklusive. Tüten überall, Kippen auf dem Parkett, Pinkeln in Mamas Rosenbeete und Papas Kartoffeln: Papa Ernst soll, so die Sage, mit hochrotem Kopf gebrüllt haben:“ Raus, es reicht!“ als immer mehr Punks den Hosen-Hit „F*cken, b*msen, b*sen, alles auf dem Rasen“ grölten. Röschen mitten drin und nicht nur dabei.

Röschen paukt ansonsten zuerst Archäologie in Göttingen, dann Volkswirtschaft und schliesslich Medizin. Dann endlich schafft die 20 Semester-Studentin das Staatsexamen und wird Ärztin, mit umstrittener Doktorarbeit, aber immer ganz cool. Selbst der dunkelgrünrote Jürgen Trittin attestiert ihr für die ganze Studienzeit „hippieskes Abhängen“. Sie lernt dann ihren linken Ehemann Heiko von der Leyen kennen, der dadurch auffällt, dass er gegen die CSU-Legende Strauss kämpft. Liebe, Kinder, viele Kinder, alles gut. Powerfrau, 2004 Quereinstieg in die CDU, wenig vernetzt, keine Parteisoldatin, Karriere im Vordergrund: Dauerkalauer: Wie kürzt man Ursula von der Leyen ab? Antwort: ICH. Im Alter von 46 geht’s nur noch in eine Richtung, sie wird sogar als Merkel-Nachfolgerin gehandelt: Bergauf.

Dann Übernahme des Verteidigungsministeriums, Richtungswechsel: Vom Röschen zur Stachelbeere, stählern, versteht sich. Eine Mutter Courage, mit Helm natürlich. Erste Kampfhandlung: Kitas! Logisch, bei 20'000 Frauen in der Truppe. Wohin mit dem Nachwuchs, wenn Mama an den Hindukusch muss, um bärtige Pokemons, genannt Talibans, aufzuspüren?

Nächster Kampfauftrag mit oberster Prio: Migrationssoldaten! Auch da gibt’s um die 20'000. Ergo: Raus mit dem Schweinefleisch, mehr Imame statt Feldwebel, Halal-Küchen statt Büchsenfrass, Kamel statt Leopard(panzer).

Dann: Neue Waffen! Das neue Sturmgewehr G36 von Heckler und Koch soll etwas „schielen“. Von Krauss-Maffei neue Panzer, ganz günstig, 104 Leopard-Panzer für schlappe 760 Millionen, allerdings mit hohem Nachrüstungsbedarf. Offenbar sollen sie sogar in ebenem Gelände von besagten Kamelen überholt worden sein. Neuer Zaster muss fliessen. Panta rhei...

Und dann die ganz grosse Keule: „Blondhelm“ (dank optimierter Föhnfrisur) erklärt den eigenen Soldaten den Krieg: Eine Standpauke der besonderen Art wider besseres Wissen und ohne Recherche: Rechtes Gedankengut in den Kasernen! Haltungs- und Führungsschwäche der Generäle! Der Grund: Selbsternannte Latrinenflüsterer hatten ihr üble Sachen von den sanitarischen Ausbildungen der Truppe gesteckt. Widerlich, befindet Generalin Flintenuschi und schleicht sich erkannt in die „Tagesthemen“. Umso mehr, als sich vorher ein blauäugiger Oberleutnant als syrischer Migrant ins Sozialsystem eingeschlichen hatte, wie hunderttausende vor ihm auch. Aber der Bundeswehr-Offizier plante sogar einen „Terroranschlag“, den er den bedauernswerten IS-Terroristen unter den schwarzen Kaftan schmuggeln wollte.

Jetzt geht’s aber los: Inquisition in den Kasernen und was für Funde: Kompanie-Abend mit bezahlter Stripperin (in der Schweizer Armee undenkbar!!), ein Foto von Ex-Kanzler und Verteidigungsminister Helmut Schmidt (SPD) in Wehrmachtsuniform und eine Kaserne, die Rommel-Kaserne hiess, benannt nach dem Wehrmachts-Wüstenfuchs. Und jene Marschlieder! Man stelle sich so was bei den Navy Seals oder in Westpoint vor....Um Gottes Willen! Claus Philipp Maria Schenk Graf Stauffenberg, der Namensgeber unseres geplanten Treffpunktes, dessen Attentat gegen Hitler 1944 leider scheiterte, muss sich im Grab


nicht nur drehen, sondern dauernd hin- und herschmeissen.

Und dann Röschen’s Waterloo: Die zuständige Stawa Hechingen hat die Untersuchungen eingestellt. Unregelmässgigkeiten oder Gesetzesverstösse konnten keine festgemacht werden.
Uschi hat sich zwar mit Knittermündchen bei der Truppe entschuldigt, doch spätestens, seit die Rauten-Kanzlerin Merkel, mit Nussknackermiene und akut absturzbedrohten Mundwinkeln, der Dreiwetter-Taft- und Goldwell-Botschafterin beistehen musste („Es gab kritikwürdige Vorfälle“), ist klar: Sie hat ihr Ticket für die Talfahrt längst gelöst.

© Janet de Klerk







Montag, 29. Mai 2017

Heute zu Gast bei Janet de Klerk: Kim Jong-un, Staatspräsident von Nordkorea




Majestätisch erhebt sich der Paektusan, der heilige Berg der Koreaner über die irdischen Verwerfungen, die zu seinen Füssen die Menschen umtreiben. 2750 Meter hoch ragen die Gipfel des schlafenden Vulkans, dessen Name auf Deutsch „weissköpfiger Berg“ bedeutet, eine Referenz auf die pulvrig-hellgraue Lava-Asche, die sich wie Puderzucker auf die braunen und grauen Felsen legt. Ganz oben, dem höchsten Punkt der koreanischen Halbinsel, gibt der Paektusan einen wunderschönen Blick frei: Der riesige, tiefblaue Kratersee, entstanden im Jahre 969 beim bisherig heftigsten Ausbruch des Vulkans, lädt ein zum Träumen. Deshalb nennen die Koreaner den See Ch’onji – Himmelssee.
Ganz nahe dieser fast magischen Ruhe findet unter grössten, aber diskreten Sicherheitsvorkehrungen das folgende Interview statt.

Frage (F): Mr. Kim Jong-un, vielen Dank, dass Sie sich für dieses Gespräch zur Verfügung gestellt haben. Ihre Zeit ist knapp, reden wir darum nicht lange um den heissen Brei herum: Warum dieses Säbelrasseln mit Ihren atomaren Langstrecken-Raketenversuchen?
Antwort (A): Ihr Europäer wollt immer nur eine Seite wahrhaben. Eure Lügenmedien erzählen ständig nur Horrorgeschichten über uns: ‚Achse des Bösen, ‚Kriegstreiber’, ‚dunkles Land’. Totaler Blödsinn. Sie können hier alle fragen: Keiner will Krieg, auch ich nicht. Wir wollen dasselbe wie fast alle Menschen: Frieden, Wohlstand, Sicherheit.“

F: Wie passt das mit Ihren atomaren Tests zusammen? Etwa Raketen für den Frieden? Warum diese Provokationen?
A: Der Westen provoziert uns doch auch ständig. Die USA machen seit Jahren Manöver vor unserer Haustür und spielen mit Südkorea Krieg gegen uns. Wir wissen nie genau, ob sie nur eine Übung abhalten oder uns angreifen. Es gibt immer noch keinen Friedensvertrag zwischen Süd- und Nordkorea – nur den Waffenstillstand von 1953. Was ist mit Lybien, mit dem Irak resp. deren gewählten Präsidenten geschehen? Ermordet!

F: Kann ja sein. Aber muss man auf Biegen und Brechen am Atomwaffenprogramm festhalten?
A (wird lauter): Kein Land der Welt braucht Atomwaffen dringender als Nordkorea. Hirngewaschene Amerikaner, deren Geschichtsverständnis nur bis 9/11 zurückreicht, sind natürlich anderer Meinung, aber sie beziehen ihre Informationen von manipulierten Medien: CNN, Fox und wie sie alle heissen. Ein Beispiel: Sollte eine Nation vor der kalifornischen Küste Flugzeugträgergeschwader stationieren und vor der mexikanischen Küste gewaltige Manöver durchführen, mit der Absicht, die gesamte Bevölkerung einzuschüchtern, dann würden sie die Lage vielleicht anders betrachten. Die laufen doch schon bei der Androhung einer Mauer Amok! Sie sähen dann, wie nützlich es ist, ein paar Atomwaffen zu haben, um andere davon abzuschrecken, etwas richtig Dummes anzustellen.

F: Übertreiben Sie nicht?
A: Lassen Sie mich historisch werden: Wissen Sie, dass die USA im Koreakrieg zwischen 1950 und 1953 mehr Bomben auf Nordkorea abgeworfen haben als während des gesamten Zweiten Weltkriegs im Pazifikraum? Dass dazu auch 32’000 Tonnen (!) Napalm gehörten, mehr als in Vietnam? Eine Expertise von US-Militärs zeigte im Anschluss an den Korea-Krieg, dass das Land proportional einen höheren Zerstörungsgrad aufwies als Japan Ende August 1945. Man schoss auf alles, was sich bewegte und bombardierte nicht nur Städte, sondern auch Dämme, um landwirtschaftliche Flächen zu fluten und so die Lebensmittel-Versorgung der Bevölkerung zu kappen.
Allein auf Pjöngjang warfen die USA mehr als 420’000 Bomben ab, die Stadt war eine einzige Trümmerwüste.

F: Können Sie dies belegen?
A (noch lauter): Belegen? Gibt es eine zynischere Frage? In einer alarmierenden Botschaft an die Vereinten Nationen schrieb Nordkoreas Aussenminister im Januar 1951: „Am 3. Januar um 10.30 Uhr entlud eine Armada von 82 fliegenden Festungen ihre tödliche Ladung auf Pjöngjang. Hunderttausende Tonnen Bomben und Brandsätze wurde fast gleichzeitig auf die Stadt abgeworfen. Die transatlantischen Barbaren bombardierten die Stadt mit hochexplosiven, zeitversetzt zündenden Bomben, die einen ganzen Tag lang in Intervallen explodierten, so dass es den Menschen unmöglich war, auf die Strassen zu gehen. Die gesamte Stadt brennt nun seit zwei Tagen. Am zweiten Tag waren 7812 Häuser abgebrannt. Den Amerikanern war bestens bekannt, dass es in Pjönjang keine militärischen Ziele mehr gab. (...) Es sind noch etwa 50’000 Einwohner in der Stadt. Vor dem Krieg waren es 500'000.“
Darüber lesen Sie im Westen nie etwas!

F (sichtlich beeindruckt): In der Tat...
A: Schauen Sie, westliche Frau, der einzige Grund, warum ich Saddam Hussein und Ghaddafi noch nicht im Jenseits die Hand schüttle ist a) weil wir nicht auf Öl sitzen wie Lybien oder der Irak, die übrigens den Amis auch vertraut haben!, und b) weil wir die Möglichkeit haben, Okinawa, Tokio und Seoul in brennende Trümmerfelder zu verwandeln. Ohne unsere Massenvernichtungswaffen hätten wir längst einen Präventivschlag einstecken müssen. Wenn es denn bei einem geblieben wäre.
Trump steht doch Morgens auf und wenn ihm seine Tochter sagt, er müsse Pjöngjang bombardieren, weil ein Baby dort gestorben ist, tut er es doch!

F: Gibt es einen Weg aus dieser Sackgasse?
A: Natürlich! Man müsste nur das Abkommen von 1994 umsetzen.

F: Und wie lautet dieses?
A: Das Abkommen behaltet sogar Versprechen: Der Westen, vor allem die USA, helfen uns beim Bau von zwei Leichtwasserreaktoren, damit mein Volk mit Heizwärme und genügend Licht versorgt werden kann und wir stoppen im Gegenzug unser Nuklearprogramm. Davon werden Sie in westlichen Medien nichts mehr lesen, die sind doch nur der Propagandaflügel des Pentagons und seiner Waffenlobby! Das ist alles. Haltet euch einfach an den verdammten Deal. Wie schwierig kann das sein?

F: Wie schwierig?
A: Der ehemalige Präsident der USA, Jimmy Carter, hat es 2010 in der Washington Post so zusammengefasst: “Die Vereinbarung beinhaltet die Denuklearisierung der nordkoreanischen Halbinsel, den Verzicht auf einen Angriff seitens der USA und Schritte zur weiteren Entwicklung des Landes und zu einem dauerhaften Friedensvertrag, der den Waffenstillstand von 1953 ablösen soll. Leider ist seit 2005 kein substantieller Fortschritt mehr erzielt worden.“
Wieso hat eigentlich Obama den Friedensnobelpreis erhalten? Ein Witz! Noch Fragen?

F: Nein. Mr. Kim Jong-un, vielen Dank für das Gespräch.
A: (Geht grusslos davon...)



Freitag, 19. Mai 2017

Heute zu Gast bei Janet der Klerk: Emmanuel Macron, neuer französischer Staatspräsident


Frage (F): Monsieur Macron, herzliche Gratulation zum Staatsoberhaupt Frankreichs!
Antwort (A): Merci, merci beaucoup, Madame de Klerk (nimmt ihre Hand, um ganz in französisch-staatsmännischer Manier einen Bisou auf ihren Handrücken zu drücken).

F: Wie waren die ersten Stunden als franz. Staatspräsident?
A: Wie erwartet, ja genau so!

F: Und das heisst?
A: Nun, ich werde leichtes Spiel haben und nicht allzu viele schwere Aufgaben lösen müssen.

F: Oh là là, ist das nicht etwas blauäugig? Ihr Vorgänger François Hollande ist daran zerbrochen.
A: Ja, aber das war ein reines Marketing-Problem (lächelt).

F: Bitte?
A: Mit diesem Namen hätte er in den Niederlanden gegen Geert Wilders kandidieren sollen (lächelt).
F (lächelt auch): Ach so. Viele sagen, dass Ihre Frau Brigitte einen grossen Anteil an Ihrem Wahlerfolg gehabt haben soll?
A: Absolut. Ich konnte mich auf die wesentlichen Aufgaben eines Wahlkampfes konzentrieren, ohne dauernd Angst haben zu müssen.

F: Angst um was?
A: Um Avancen gegenüber meiner Frau.

F: Können Sie das etwas erläutern?
A: Nun, auf Grund ihres Alters ist meine Frau für die meisten dauergeilen französischen Politiker nicht mehr interessant. Das schafft Freiräume für das Wesentliche. Nicolas, der ungarische Zwerg, musste doch stets wie ein Kampfpudel um seine Carla schleichen. Ich kann Brigitte sogar mit DSK alleine lassen.

F: DSK?                                                        
A: Dominique Strauss-Kahn.

F: Alles klar. Mit wem aber würde das doch nicht gehen?
A: Mit Gérard Dépardieu.

F: Warum ausgerechnet Depardieu?
A: Weil sich der mit 14 Flaschen Wein pro Tag meine Frau schön saufen würde. Zum Glück ist er jetzt Russe und säuft mit Putin um die Wette.

F: Lassen wir das. Sie geben sich sehr sozialliberal, in Wahrheit sind Sie aber ein Handlanger der Finanzeliten?
A: Mais non, ich bin für die Ärmsten der Armen da.

F: Darum stiegen die Börsen nach Ihrer Wahl markant an.
A: C’est pas vrai!

F: Machen wir den Faktencheck: Der Pariser Aktienindex CAC 40 stieg um fast 5 Prozent, gewisse Bankaktien um 10 Prozent.
A: Weil ich besser bin als Marine!

F: Das mag durchaus sein, aber ich behaupte: Marine le Pen hätte sich nie und nimmer drei Millionen Euro als Salär ausbezahlen lassen. Sie hätte auch nie als Investment-Bankerin gearbeitet.
A: Das habe ich nie verdient.

F: Oh doch, bei der Bank Rothschild.
A: (Schüttelt nur, etwas verzweifelt, den Kopf). 

F: Sie waren auch ein unauffälliger Schüler!
A: Comment vous savez ça?

F: Sie haben beim Marxisten (!) Etienne Balibar ein Diplom erworben. Dieser konnte sich nicht mal mehr an Sie erinnern.
A: ich war schon immer zurückhaltend und bescheiden.

F: Genau. Darum sind Sie Politiker geworden und haben vorher die ENA besucht!
A: C’est quoi ça?

F: Ich helfe Ihnen: Die Ecole Nationale d’Administration. Dort lernt man nichts anderes als regieren, vor allem mit Hilfe schöner Worte.
A: Ahhhhh, jetzt isch erinnere mich. Habe ich nicht dort Brigitte kennengelernt, ma femme?

F: Das weiss ich nicht, aber, dass Sie Ihre Vermögensverhältnisse offen legen mussten, als Sie von Hollande zum Wirtschaftsminister berufen wurden. Vom vielen Rothschild-Geld war nichts mehr in Frankreich, nur noch Verbindlichkeiten.
A: Mais c’est impossible...

F: Es geht noch weiter: Als Sie Ihr Amt niederlegten, um Wahlkampf zu machen, wurde Ihnen vorgeworfen, aus dem Etat Ihres Ministeriums einen sechsstelligen Betrag abgezweigt zu haben, um PR zu machen. Im Gegensatz zu Ihrem Konkurrenten François Fillon hat sich bisher aber noch kein Staatsanwalt dafür interessiert. In Russland oder der Türkei würde man sofort von Korruption und Wahlverfälschung sprechen.
A: Aber, mais (Vergräbt sein Gesicht in den Händen...)

F: Ich bin noch nicht fertig: Weil Sie für die Ärmsten der Armen sind, haben Sie Ihren Wahlerfolg auch nicht mit den Wahlhelfern, sondern mit einer exklusiven Schickeria in einer Pariser Nobelbrasserie gefeiert.
A: (Dreht sich, jetzt völlig verzweifelt um, auf der Suche nach Brigitte, seiner Frau) Maman, ähhh... Brigitte, viens, hilf mir!

F: Monsieur Macron, vielen Dank für dieses Gespräch und viel, viel Kraft in Ihrem Einsatz für die Ärmsten der Armen.
(Mittlerweile ist auch Brigitte Macron eingetroffen und führt ihren Emmanuel, mit bösen Blicken in Richtung unserer Janet, tröstend ab.)




Freitag, 31. März 2017

Heute zu Gast bei Janet de Klerk: Denis Yücel, in der Türkei inhaftierter „WELT“-Journalist









Frage (F): Herr Yücel, wie geht es Ihnen?
Antwort (A): Den Umständen entsprechend.

F: Durch Ihre Inhaftierung sind Sie zu einem Journalistengiganten geworden. Richtig?
A: Das war ich schon vorher.

F: Na ja, der Schriftsteller Akif Pirincci schreibt: „(...) inklusive der ikonenhaften, ja Che-Guevara-T-shirtigen Bebilderung seines Gesichtes. Davor kannten den linksradikalen Politaktivisten, der in Wahrheit von jeher sowenig ein Journalist gewesen ist wie der Papst ein Rabbi, eingefleischte Taz-Leser und ein paar Antifa-affina Hanseln.“ (Antifa= Antifaschistische Bewegung, eine Ansammlung linksradikaler Chaoten-Vollpfosten; Anmerk. d.Red.)
A: Pirincci ist ein Faschist.

F: A propos Faschist, einige Fragen drängen sich bei Ihnen förmlich auf: Sie haben Thilo Sarrazin eine „ lispelnde, zuckende Menschenkreatur“ genannt.
A: Ich habe die Wahrheit geschrieben.

F: Gigantischer Journalismus ist das nicht, Herr Kollege. Nächste Frage: Sie haben ihm den Tod durch Schlaganfall gewünscht. Qualitätsjournalismus?
A: Äh..., öhhh...,

F: Nächste Frage: Sie haben behauptet, Altbundespräsident Joachim Gauck würde „die Juden schon in die Schranken weisen“. Antifaschistisch?
A: Absolut. Israel, dieser Faschostaat, gehört aufgelöst.

F: Selbst der Grüne Jürgen Trittin hat dies als „Schweinejournalismus“ bezeichnet.
A: Ein weiterer Verräter.

F: Sie sind ursprünglich Türke?
A: Und Deutscher!

F: Sehr gut. Bestreiten Sie, dass Sie geschrieben haben, dass „der baldige Abgang der Deutschen ein Völkersterben von seiner schönsten Seite sei“ ?
A: Ähhhh....öhhhh.

F: Oder: Dass Sie die deutsche Sprache für ein Sammelsurium von Schreckenswörtern halten?
A: Ähhhh, ööööhhh....

F: Bestreiten Sie, dass Sie mit dem als „terroristisch“ eingestuften Hacker-Kollektiv „Redhack“ zusammengearbeitet haben...
A: ÄÄhhh....Öhhhh...

F: Und erst noch wochenlang aus der Sommeresidenz des deutschen Botschafters?
A: Aber er hat doch einen Autokorso für mich organisiert!

F: Wer? Der Botschafter?
A: Nein, Ulf Poschardt („WELT“-Chefredaktor; Anmerk. d. Red.)

F: Zu dem gezählte drei Autos kamen
A: Ähhh... immerhin.

F: Viele hunderte Journalisten sitzen zu Unrecht in türkischen Gefängnissen. Man spricht aber vor allem über Sie, weil Sie noch einen deutschen Pass haben. Macht Ihnen das nicht zu schaffen?
A: Nein, denn ich bin der Beste.

F: Fühlen Sie sich mehr als Deutsch-Türke oder türkisch Deutscher?
A: Als Deutsch-Türke, der die Deutschen abschaffen möchte, damit Deutschland türkisch wird.

F: Als Teil eines neuen osmanischen Reiches? Da stimmen Sie ja mit dem Dictatör überein! Warum sitzen Sie überhaupt im Gefängnis?
A: Endlich begreifen Sie etwas, Frau Kollegin: Alles Tarnung!
Türkyie, Türkyie, Türkyie (Beginnt zu hüpfen und tanzen, der Wächter kommt und führt ihn ab. Ein wenig fühlt sich Janet de Klerk an „Midnight Express“ erinnert. Aber eben nur ein wenig...)



Freitag, 17. Februar 2017

Heute zu Gast bei Janet de Klerk: Martin Schulz, SPD-Kanzlerkandidat












Frage (F): Martin Schulz, herzliche Gratulation zur Ernennung zum Kanzlerkandidat der SPD.
Antwort (A) (Verschränkt die Hände auf dem Bauch): Dankeschön, dankeschön.

F: Sie haben immerhin ein SPD-Schwergewicht wie Sigmar Gabriel dazu gebracht, den Weg für Sie frei zu machen. Wie fühlt sich das an?
A: In der Tat habe ich Sigmar schon lange gesagt, dass er zu schwer sei und etwas für seine Fitness tun müsse. Er wollte nicht auf mich hören.

F: Ich meinte es zwar mehr politisch, aber lassen wir das mal so stehen. Die Ernennung kam plötzlich und ich erlaube mir, nochmals die Frage meiner Kollegin Anne Will aufzunehmen: Können Sie überhaupt Kanzler, Herr Schulz?
A: Natürlich, ich fühle mich sogar dazu berufen. Warum zweifeln Sie?

F: Ihre politische Erfahrung ist doch, sagen wir mal, äusserst bescheiden.
A: Ich bitte Sie: Ich war jahrelang Bürgermeister.

F: Das stimmt. Von Würselen.
A: Genau. Eine pulsierende Metropole – dank meiner Vorarbeit. Und ich war Chef des Europa-Parlaments.

F: In der Tat. Ist aber auch nicht viel mehr als eine politische Sozialstelle.
A: Wie bitte?

F: Mein Vater pflegte zu sagen: Hast du einen politischen Opa – schick ihn nach Europa.
A: (der Kopf beginnt sich zu röten) Ihr Vater lag falsch, völlig falsch, total falsch (echauffiert sich zunehmend).

F: Ihre Funktion in Brüssel zeichnete sich doch wesentlich mehr durch höfischen Popanz als durch Leistung und Einfluss aus?
A: Höfischen Popanz?

F: Ihr Tross umfasst 38 Leute, davon 2 Limousinen-Chauffeure.
A: Ehre wem Ehre gebührt. Und übrigens: Auch Donald Trump verfügt über keinerlei politische Erfahrung.
F: Sie vergleichen sich also mit Donald Trump?
A: Ja natürlich, ich meine natürlich nicht, also irgendwie schon, aber doch nicht, weil einfach anders und nicht gleich.

F: Sie sind bekannt für präzise Ansagen, bei...
A: Absolut.

F: (...) bei denen Sie sich auf die Seite des einfachen Volkes stellen und mit Ihrer bescheidenen Herkunft kokettieren. Sind Sie ein Populist?
A: Nein, niemals.

F: Wissen Sie überhaupt, woher das Wort kommt?
A: Natürlich: Es setzt sich zusammen aus Pop und Mist, also schlechte Popsongs. Ich habe aber mit Popmusik nichts am Hut.

F: Haha. Selbst Heribert Prantl hat Sie als Populist bezeichnet.
A: Wer ist das? Ein Musikkritiker?

F: Nein, ein Mitglied der Chefredaktion der Süddeutschen Zeitung und Leiter des Ressorts Innenpolitik. Linker Gutmensch.
A: Nie gehört.

F: Was ist Ihr politisches Programm?
A: Arbeit für alle, soziale Gerechtigkeit, Rentensicherheit...

F: Wie innovativ. Haben wir bisher noch nie so klar gehört.
A: ...und Alemannia Aachen in die erste und der SV Würselen in die zweite Bundesliga.

F: Träumen Sie weiter, wie damals, als Sie Profifussballer werden wollten.
A: Das sind keine Träume, der neue Sponsor Red Bull wird uns Flügel verleihen.

F: Red Bull ist schon bei RB Leipzig unter Vertrag. Dort herrscht schon der Rinderwahn.
A: Waaaaas? Habe ich gar nicht mitbekommen. Mist. Mist. Mist!

F: Herr Schulz, was wird Ihr Wahlkampf-Motto sein?
A: (Steht auf, streckt die Brust raus und knöpft sich das Sakko zu): Martin Schulz, die Alternative für Deutschland!

F: (Lacht) Da wird sich die AfD aber freuen über so viel Zusatzwerbung!
A: AfD? Was ist das?

F: Die Alternative für Deutschland, eine aufstrebende Partei am rechten Spektrum.
A: Das muss ich gleich dem Sigmar und dem Jean-Claude (Juncker; EU-Kommissionspräsident; Anmerk. der Redaktion) erzählen. Von denen haben wir in Brüssel bisher noch gar nichts gehört.

F: Herr Schulz, besten Dank für das Gespräch und einen guten Wahlkampf.



Donnerstag, 9. Februar 2017

Heute zu Gast bei Janet de Klerk: GUY MORIN, EX – selbsternannter Regierungspräsident von Basel-Stadt, Grüner












Frage (F): Herr Morin, wie sieht die Bilanz Ihrer Legislatur aus?
Antwort (A; immer bekannterweise grenzwertig lispelnd): Grossartig, ein voller Erfolg.

F: Nun an Selbstvertrauen hat es Ihnen nie gemangelt. In Ihrer Abschiedsrede haben Sie sich mit Dalai Lama, Barak Obama und den Bürgermeistern von Rotterdam und Palermo verglichen, die so aufopferungsvoll gegen das Verbrechen gekämpft haben. Haben Sie auch einen Kampf geführt?
A: Und wie, einen gnadenlosen.

F: Mir scheint, vor allem gegen Ihre Unzulänglichkeiten...?
A: Ich bitte Sie, alle meine Entscheidungen waren Meilensteine in der Lokalpolitik.

F: Unvergessen auch Ihr Auftritt in der Arena nach drei Wochen Amtszeit gegen das Politschwergewicht Christoph Blocher.
A: Eben, genauso ein Meilenstein.

F: Mit Verlaub, er hat Sie wie eine Fliege an der Scheibe zerquetscht.
A: Wie bitte? Haben Sie eine andere Sendung gesehen?

F: Darf ich zitieren? Blocher fragte Sie, wie lange Sie im Amt wären. Nach Ihrer Antwort „drei Wochen“ meinte er: „Sie händ doch no kei Ahnig!“ Sie wären doch am Liebsten in einem Studioloch versunken.
A: Blocher ist politisches Ungeziefer, damit gebe ich mich schon lange nicht mehr ab, das muss man vernichten.

F: Aha, nehme an, als Grüner erledigen Sie dies ganz und ausschliesslich biologisch.
A: Natürlich, gerade in der chemieverseuchten Stadt Basel.

F: Zurück zu Ihren politischen Meilensteinen: Sie sind extrem wichtigen Organisationen wie der Vereinigung C40-Cities und dem urban food policy pact beigetreten.
A: (lehnt sich stolz zurück): Genau.

F: Hmmm, „Organisationen“, die kein Mensch kennt und null Bedeutung für Basel haben.
A: Ich war schon immer ein Entdecker!

F: Da haben Sie allerdings recht. Bis nach Shangai reichten Ihre Entdeckungsreisli...
A: Seeeehr richtig.

F: Nun, in erster Linie haben Sie auf diesem Reisli Ihre ehemalige durchaus sehr attraktive Mediensprecherin entdeckt...
A: Das verbiete ich mir! Das ist privat.

F: Falsch. Das Reisli war öffentlich finanziert. Privat ist, dass danach der Segen im Hause Morin ziemlich schief hing.
A: (ringt nach Worten): Ich, ich....

F: Nächste Frage: Sie hatten auch keinen Stil.
A: Also...

F: In den Regierungsgeschäften waren Sie ein Choleriker. Austicken war Ihr zweiter Name. Kritik ein Fremdwort und Sie regierten immer nach dem Prinzip „Schmidt sucht Schmidtchen“.
A: Das ist nicht wahr. Ich bin ein sehr einfühlsamer und sanfter Mensch.

F: Darum haben Sie den Stadtentwickler und Macher Thomas Kessler, der schlicht eine Nummer zu gross war für Sie, als letzten Akt ganz „sanft“ gefeuert. Was meinen Sie dazu?
A: (noch immer nach Fassung ringend, das Lispeln verstärkt sich): Er war, er ist, ein, ein Stinkstiefel.

F: Auch Ihre Kleiderstiel war eines Magistraten unwürdig.
A: Ich weiss nicht, wovon Sie sprechen.

F: Von Ihrem Schlabberanzug, mit dem Sie in Madrid vor die spanische Königin getreten sind und Basel hervorragend repräsentiert haben.
A: Das war, das war...

F: Nächste Frage: Was halten Sie von Ihrer Rhetorik?
A: Nahe bei Cicero.

F: Nicht so bescheiden: Wirksamer, verglichen allerdings mit Schlaftabletten.
A: Wahrscheinlich haben Sie meinen Ausführungen mangels Intellekt nicht folgen können.

F: Haben Sie eigentlich einen chronischen Blasenverschluss, Herr Morin?
A: Blasenverschluss? Warum?

F: Weil immer so viel Saich aus Ihrem Mund kam und kommt.
A: (Kopf hochrot): Also, also...

F: Beispiel gefällig? Bei der Einweihung der Tramlinie Nr. 8 von Basel nach Weil in Deutschland, ich schmeiss mich hin, haben Sie doch tatsächlich in einem Interview mit dem Basler Lokalradio gesagt: „Das isch wunderbar, jetzt könne d’Basler und Baslerinne nach Weil e feine Döner go ässe und die Dütsche könne bequäm in Basel go ykaufe.“ Wie die Aktualität beweist: Eine perfekte politische Einschätzung des Regierungspräsidenten.
A: (lehnt sich wieder entspannter zurück): Einschätzungen – einer meiner Stärken!

F: Herr Morin, zum Schluss eine humoristische Frage, Sie erlauben?
A (wieder ganz cool): Aber sicher!

F: Was ist grün, schleimig und gruselig?
A: (denkt nach): Algen?

F: Nein. Guy Morin. Vielen Dank für das Gespräch und alles Gute.